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Von Sinn und Unsinn der Filmkritik ⋆ Schoenes Wissen
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Schönes Wissen Von Sinn und Unsinn der Filmkritik

Von Sinn und Unsinn der Filmkritik

Filmkritik. Welche Wirkung hat sie auf den Konsumenten und wie treffend ist die Kritik eines Filmkritikers? Ich bin der Frage mal auf den Grund gegangen, denn habe ich mich doch in all den Jahren teils Bewusst und teils Unbewusst, in meiner Entscheidung nach guter Unterhaltung, immer an den Filmkritiken im Netz und der Printmedien orientiert.

Doch: Sehr oft wurde ich von den Filmen, die von den Kritikern hochgelobt wurden, bitter enttäuscht.

Überwiegend waren diese Empfehlungen, für mein persönliches Verständnis von guter Unterhaltung, eine reine Zumutung. Mit dem Resultat das ich mich hinterher, nicht nur wegen der verlorenen Zeit, geärgert habe. Da stellt man sich hinterher schon die Fragen: Wie konnte ich mir so einen Mist nur ansehen und wie komme ich dazu dafür auch noch Geld auszugeben. Wer hat mich da verarscht? Oder besser gesagt, wer hat mich so dermaßen getäuscht?

Denn wie oft geht man heutzutage schon ins Kino? Alle drei Monate mal?! (Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die jedes Wochenende ins Kino rennen – ich sicher nicht, da ich viel lieber mit Freunden in einem Club oder der Bar abhänge oder die kostbare Zeit mit der Familie verbringe. Also wieder die Frage: wer hat mich da um meine kostbare Frei – Zeit gebracht?

Ich hab da mal so in den Vitas der Filmkritiker recherchiert und zu meinem Erstaunen habe ich festgestellt, dass die meisten von ihnen gar keine studierten Filmkritiker sind. Oft sind es Personen die beruflich mit Film zu tun haben oder hatten. So findet man dann nach näherem hinsehen unter den Filmkritikern, gescheiterte Drehbuchautoren, Regisseure, Produzenten, Redakteure, ehemalige Schauspieler usw… und man stellt man fest, dass man Filmkritik gar nicht studieren kann. Etwas Artverwandtes zu studieren reiche schon aus um Filmkritiken schreiben zu können. Einige Filmwebseiten die auf der Suche nach Filmkritikern sind, werben mit „du solltest Filmbegeistert, blockbusteraffin und von Klassikern nicht abgeneigt sein“. Verstehe!

Es gibt auch welche die Filmkritiker so definieren „Um ein Filmkritiker zu sein musst du die Kunst in Filmen verstehen und mehr als das gewöhnliche Publikum sehen“. Aha! Ist das so?! Was sieht denn das Publikum nicht was der Filmkritiker sieht? Anscheinend muss man den Begriff Kunst verwenden, um der Filmkritik mehr Bedeutung oder gar die Rechtfertigung zu geben. Nur hat sie selten was mit der Realität zu tun, da sie nicht auf die Bedürfnisse des Publikums eingeht – in keiner Weise. Vielmehr beschäftigt sie sich mit der eigenen Wahrnehmung und des Filmverständnisses, des Filmkritikers unter Ausschluss des Publikums. Schade! Schade! Denn bin ich doch davon ausgegangen, dass der Filmkritiker genau weiß was wir, das Publikum, wollen und brauchen.

Til Schweigers „Honig im Kopf“, war eine Ausnahme. Er wurde von den Kritikern sowie vom Publikum sehr gut bewertet (auch wenn er dann doch nicht wirklich mein Ding war..). Bitter wurde ich dahingegen von Sönke Wortmanns „Frau Müller muss weg!“, Justus von Dohnányis „Desaster“ oder jetzt ganz aktuell Deniz Gamze Ergüvens „Mustang“ enttäuscht. Es sind Filme die von den Filmkritikern hoch gelobt worden sind. Filme in die ich nicht nur wegen des Themas, sondern hauptsächlich der guten Filmkritik ins Kino gegangen bin aber danach enttäuscht aus dem Kino kam. Ärgerlich!

So verliert nach und nach, dank der nicht zutreffenden Filmkritik, die Lust auf einen Kinobesuch und man entscheidet sich dann die Zuschauerkritiken abzuwarten. Meist ist dann der Film nicht mehr im Kino, sondern nur noch Digital oder als DVD erhältlich. Und dennoch wird man für seine Geduld belohn, nachdem man sich in allen Foren die Zuschauerkritiken zu den jeweiligen Filmen durchgelesen hat, trifft man seine Wahl und kauft den Film Digital oder als DVD.

Das Gute daran ist, dass man dadurch ganz besondere Filme entdeckt. Filme die anders sind. Filme wie Philippe de Chauverons „Monsieur Claude und seine Töchter“, Christian Züberts „Hin und Weg“ oder aktuell Oona-Devi Liebichs „Nicht schon wieder Rudi!“.

Aber: Das mit der Filmkritik ist kein aktuelles Problem wie ich festgestellt habe. Denn nur um ein Beispiel zu nennen: »“Forrest Gump“ ist oberflächlich, seicht und monoton, ein Film, der so viel Zeit mit der Heiligsprechung seines Helden verbringt, dass er am Ende ungefähr so verwundbar ist wie Superman.« Soviel zur Filmkritik…

Bild: Eine Szene aus dem Film „Nicht schon wieder Rudi!“: Peter (Frank Auerbach), Murat (Ismail Sahin), Bernd (Matthias Brenner) und Klaus (Oliver Marlo).

 

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Wiebke

2009 gründete Wiebke den Fashion und Lifestyleblog „Schönes Wissen“. Inzwischen zu einem Blognetzwerk gewachsen, berichte Sie mit verschiedenen, ausgesuchten Blog Autoren über alles Schöne, Kunst, Kultur, Fashion, Lifestyle und natürlich das Leben.

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